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YouTube für den Blog?

YouTube erschien mir so viel sinnvoller und beruhigender zu sein als ein Livestream auf Twitch.

Man kann alles schneiden – Grimassen und ungünstige Kameraeinstellungen korrigieren. Mit einem Voiceover alles glätten und somit ein perfektes Ergebnis liefern, das dann die Welt anschauen darf.

Heute – fast zwei Jahre später nach diesem Gedanken – kann ich sagen: Soooo einfach ist es nun wieder nicht.

Aber der Reihe nach.

Meine ersten Erfahrungen mit YouTube

Nachdem ich einen Kanal auf YouTube angelegt hatte – ist einfacher, als man denkt – habe ich vor ungefähr einem Jahr ein Intro für den Kanal aufgenommen.

Gestylt – das Script geübt – und nachher tatsächlich nicht geschnitten, denn den Text brachte ich einwandfrei rüber. Kleine Stolperer ließ ich einfach drin.

Ich traute mich, das Video an meine Tochter zu senden.

Ihre Reaktion:

„Ah – ein One-Take … das bekommst du noch besser hin. Die Kameraeinstellung ist noch nicht richtig und das Licht sollte optimiert werden …“

Oh Mann.

Da war ich erst einmal richtig enttäuscht und machte erst einmal gar nichts. Denn für Kameragefummel und Lichteinstellung fehlte mir schlicht und ergreifend die Expertise.

Drei Monate später habe ich das Video dann einfach hochgeladen.

YouTube entschied: Das ist ein Short.

Na gut. Vielleicht hatte ich auch irgendetwas an den Upload-Einstellungen falsch gewählt.

Das ist jetzt ungefähr acht Monate her und dieser Short hat ganze 598 Klicks.

Klingt wenig?

Na, warte mal ab. 😉

Nachdem ich wirklich täglich mehrmals auf die Klickzahlen geguckt hatte, ging es an das nächste Video.

Thema: meine Kernkompetenz – praktisches Hundezubehör herstellen.

Ich zeigte in einem Tutorial, wie man ein Halsband näht. Aus unfassbar vielen kleinen Videos hatte ich ein „großes“ Video von 16:11 Minuten zusammengeschnitten.

Ich machte Bekanntschaft mit dem Schnittprogramm CapCut und wechselte dann, als ich glaubte, alles fertig zu haben, zu DaVinci Resolve und schnitt das Video erneut zusammen.

Das Intro war knapp und ich war froh, alles geschafft zu haben. Auch das Voiceover klappte nach anfänglichen Schwierigkeiten – wo finde ich was? – und mit großem Stolz, Herzklopfen und noch größeren Erwartungen lud ich das Video hoch.

197 Klicks mit dem heutigen Tag – nach acht Monaten.

Es war sehr viel Arbeit und es gingen wirklich Stunden mit Recherche, Aufnahmen und Editieren in dieses Video.

Konnte ja nur besser werden.

Ich nahm noch drei weitere Videos auf. Hier ging es um Bekleidung für mich und um Nähfails. Diese Videos performten sehr viel schlechter als das Hundehalsband-Video.

Für das erste Bekleidungsvideo nahm ich das Intro ungefähr 30 Mal auf und das Editieren dauerte noch immer recht lange.

Aus Zeitgründen stoppte ich meine Videoproduktion und musste mir erst einmal klar machen, was ich überhaupt will.

Für mich kam nicht infrage, permanent kamera-ready zu sein. Das Auf- und Abbauen von Kamera-Stativen und Lichtquellen nervte mich ebenso wie das ständige Überlegen, ob der Hintergrund kamera-kompatibel ist.

Dafür findet sich sicher noch eine Lösung.

Für mich ist das allerdings ein Zukunftsprojekt.

In das ich dich gerne mitnehme, wenn es soweit ist. 😉

Was ist YouTube überhaupt?

YouTube ist eine Video-Plattform, auf der Nutzer Videos ansehen, kommentieren und eigene Inhalte hochladen können. YouTube wurde 2005 gegründet und 2006 von Google übernommen.

Für deinen Blog kann YouTube interessant sein, wenn du Inhalte nicht nur als Text oder Bild vermitteln möchtest, sondern auch mit Video arbeiten willst.

Wie kann ich mich bei YouTube registrieren?

Für die Anmeldung bei YouTube benötigst du ein Google-Konto. Wenn du noch keines hast, kannst du direkt über YouTube ein Google-Konto erstellen.

Wenn du bereits ein Google-Konto hast:

  • YouTube im Browser aufrufen oder die YouTube-App öffnen
  • oben rechts auf Anmelden klicken
  • mit deinem Google-Konto anmelden

Damit kannst du bereits Videos anschauen, kommentieren und Kanäle abonnieren.

Für einen eigenen Kanal brauchst du zusätzlich einen YouTube-Kanal.

YouTube-Kanal erstellen

Wenn du einen eigenen Kanal möchtest, geht das ebenfalls direkt über YouTube:

  • auf dein Profilbild klicken
  • zu den Kanal-Einstellungen bzw. zur Kanalverwaltung gehen
  • Kanal erstellen auswählen
  • Profilbild, Kanalnamen und Handle festlegen
  • Kanal erstellen

YouTube nennt den kurzen Namen mit dem @-Zeichen Handle. Er ist eindeutig und wird beispielsweise bei Kommentaren, Erwähnungen und im Live-Chat verwendet.

Dein Kanal-Profil

Für den Anfang brauchst du gar nicht viel:

  • ein passendes Profilbild
  • einen verständlichen Kanalnamen
  • einen passenden Alias
  • eine kurze Beschreibung, worum es auf deinem Kanal geht

Ich bin bei meinem Blognamen geblieben und habe als Alias Dagmar_Elbwisch gewählt. So bleibt der Bezug zu meinem Blog erhalten und der Name fühlt sich für mich persönlicher an.

Jetzt wird es wichtig.

Denn ohne Videodreh kein YouTube-Video.

Irgendwie logisch. 😉

Was brauche ich für ein Video?

Hier kommt die gute Nachricht:

Du brauchst am Anfang kein professionelles Studio.

YouTube weist selbst darauf hin, dass du für erste Videos nicht zwingend besondere Ausrüstung brauchst. Auch ein Smartphone kann für Aufnahme, Bearbeitung und Upload ausreichen.

Für einen einfachen Einstieg reichen:

  • Smartphone oder Kamera
  • Mikrofon bzw. ein Gerät mit brauchbarem Mikrofon
  • ein ruhiger Ort
  • ausreichend Licht
  • etwas, das du zeigen möchtest

Und dann: ausprobieren.

Gerade beim Ton würde ich allerdings nicht sparen. Ein Zuschauer verzeiht dir eher eine nicht ganz perfekte Kameraeinstellung als einen Ton, bei dem man ständig rätseln muss, was du eigentlich gesagt hast.

Auch YouTube weist darauf hin, dass guter Ton und eine passende Beleuchtung schon bei der Aufnahme viel ausmachen.

Welches Equipment sollte ich mindestens haben?

Für dein erstes Video würde ich es wirklich einfach halten.

Kamera:
Ein modernes Smartphone kann völlig ausreichen. Eine zusätzliche Kamera brauchst du nicht zwingend.

Ton:
Das eingebaute Mikrofon kann für einen ersten Test reichen. Wenn du häufiger Videos machen möchtest, lohnt sich später ein externes Mikrofon.

Licht:
Du brauchst nicht sofort eine professionelle Beleuchtung. Ein heller Platz mit gleichmäßigem Licht kann für den Anfang völlig ausreichend sein. Tageslicht kann dabei sehr hilfreich sein.

Und noch etwas, das ich inzwischen gelernt habe:

Nicht alles muss gleichzeitig perfekt sein.

Du kannst später immer noch besseres Licht, ein anderes Mikrofon oder eine bessere Kamera anschaffen.

Wie lang sollte ein YouTube-Video sein?

Dafür gibt es keine magische Länge.

Ein Video sollte so lang sein, wie es braucht, um dein Thema sinnvoll zu erklären – und nicht länger.

Ein Tutorial kann 5 Minuten dauern. Ein ausführlicheres Thema vielleicht 15 oder 20 Minuten.

Mach dein Video also nicht künstlich länger, nur weil du irgendwo gelesen hast, dass YouTube lange Videos bevorzugt.

Genauso wenig musst du dich an eine bestimmte Mindestlänge halten. Wenn dein Thema nach fünf Minuten erklärt ist, dann ist es eben nach fünf Minuten erklärt.

Inhalt vor Minuten.

Eine Besonderheit gibt es bei Shorts: Aktuell können quadratische oder vertikale Videos mit einer Länge von bis zu drei Minuten als Shorts eingeordnet werden. 

Mein erstes YouTube-Video war übrigens genau so ein Fall. Ich hatte eigentlich gar nicht vor, einen Short zu produzieren – YouTube hat mein hochgeladenes Video einfach entsprechend eingeordnet.

Worauf sollte ich beim Videodreh achten?

Hier würde ich dir aus eigener Erfahrung vor allem vier Dinge mitgeben:

1. Der Ton muss verständlich sein

Sprich so, dass man dich gut versteht. Prüfe vor einer längeren Aufnahme ruhig einmal kurz, ob der Ton funktioniert.

2. Achte auf das Licht

Du musst nicht gleich ein professionelles Licht-Setup aufbauen. Achte einfach darauf, dass dein Gesicht oder das, was du zeigen möchtest, ausreichend und möglichst gleichmäßig beleuchtet ist.

3. Überlege vorher, was im Bild zu sehen sein soll

Der Hintergrund muss nicht perfekt sein.

Aber wenn du beispielsweise ein Nähprojekt zeigst, sollte man es auch erkennen können – und nicht erst zwischen Wäscheständer, Bügelbrett und drei herumliegenden Stoffkisten suchen müssen. 😉

4. Mach einen Test

Das ist wahrscheinlich mein wichtigster Tipp.

Nimm erst einmal 30 Sekunden auf.

Schau dir das Ergebnis an.

Ist das Bild okay?

Ist der Ton verständlich?

Stehst du dort, wo du stehen möchtest?

Passt das Licht?

Erst dann würde ich die eigentliche Aufnahme starten.

Damit ersparst du dir möglicherweise genau das, was mir passiert ist: Stunden an Material produzieren und anschließend feststellen, dass du eigentlich ganz woanders anfangen musst.

Und was ist mit dem Schneiden?

Tja.

Da sind wir wieder bei meinem ursprünglichen Gedanken:

„Man kann ja alles schneiden.“

Ja. Kann man.

Aber Schneiden kann auch ziemlich viel Zeit fressen. 😉

Du brauchst dafür ein Schnittprogramm. Es gibt einfache Programme für den Einstieg und umfangreichere Programme wie DaVinci Resolve.

Für den Anfang musst du allerdings nicht lernen, wie man Hollywood produziert.

Ein bisschen schneiden, Versprecher entfernen, vielleicht Text einblenden, Ton anpassen und das fertige Video exportieren – mehr brauchst du zunächst nicht.

Einen kleinen Überblick über DaVinci Resolve findest du deshalb auch bei den Tools.

Mein Tipp

Mach dein erstes Video nicht zu deinem Meisterstück.

Mach dein erstes Video.

Du wirst beim zweiten schon etwas anders machen. Beim dritten wieder etwas. Und irgendwann wirst du vermutlich – genau wie ich – zurückblicken und denken:

„Oh Gott. Das habe ich tatsächlich veröffentlicht?“ 😂

Aber genau so lernt man.

Wenn du Lust auf Videos hast, probiere es aus. Du brauchst weder ein Fernsehstudio noch eine perfekte Kamera noch die ultimative Beleuchtung.

Und wenn du nach den ersten Versuchen feststellst, dass Video überhaupt nicht dein Ding ist?

Dann ist das ebenfalls eine wichtige Erkenntnis.

Dein Blog funktioniert auch ohne YouTube.

Merksatz

Dein erstes YouTube-Video muss nicht perfekt sein. Es muss erst einmal gemacht werden.

Wie geht’s weiter?

Du möchtest Videos für deinen Blog erstellen?

Dann findest du in Kürze bei den Tools weitere Beiträge zu den Programmen, die dir dabei helfen können.

Du möchtest lieber live gehen?

Dann schau dir den Beitrag zu Twitch an.

Und wenn du noch einmal zurück zur gesamten Social-Media-Serie möchtest, findest du hier alle Beiträge auf einen Blick.